Laurine Betz im Interview

9 Aug 2017

Laurine Betz spielt die Titelrolle in "Romeo und Julia". Wir haben sie getroffen und Ihr einige Fragen gestellt:

 

Klassik am Meer: Julia ist bei Shakespeare 14 Jahre alt. Sie verliebt sich in wenigen Augenblicken in Romeo und weiß sofort um ihr Schicksal: teilt sie mit Romeo nicht das Brautbett, dann das Totenbett... Steht solches Selbstbewusstsein nicht sehr im Widerspruch zur hinlänglichen Vorstellung einer Julia?

 

Laurine Betz: Julia erfährt in diesem Moment was Liebe bedeutet. Sie kann nicht anders denken oder handeln. Für mich gibt es da keinen Widerspruch.

 

Klassik am Meer: Was ist das Ungewöhnliche an Romeo, dass er bei Julia eine solche bedingungslose Liebe auslöst? Oder nutzt sie die Begegnung auch, um endlich dem totalitären Elternhaus entfliehen zu können? 

 

Laurine Betz: Julia steht zum Zeitpunkt der Begegnung mit Romeo nicht als distanzierte Beobachterin neben sich, die in der Lage ist, das was mit ihr passiert zu beeinflussen. Sie erblickt Romeo und ist wie hypnotisiert - ihr Puls rast und ihr ganzer Köper will zu ihm. 
Sie liebt und das weiß sie. 

 

Klassik am Meer: Romeo und Julia vereint Tragödie, Krimi,  Komödie als Stück. Planung und Zufall spielen eine Rolle. Findet man all diese Seiten auch bei Julia? 

 

Laurine Betz: Komödie und Tragödie bringt die Handlung für alle Figuren mit sich. Der Krimi blitzt auch auf, ist aber etwas, wovor sich Julia eher gruselt und was sie nicht heraufbeschwören möchte. 

 

Klassik am Meer: Wenn ich eine Frau wäre, würde ich viel lieber die Amme spielen? Ist die Gefahr nicht groß das Julia langweilt? Wie kann man der Gefahr entgehen? 

 

Laurine Betz: Ein Mädchen wie Julia zu spielen, das binnen kürzester Zeit von dem allerschönsten Gefühl aller Gefühle - nämlich der Liebe - bis zum grausigen Tod in den Abgrund fällt - ist eine so reizvolle und herausfordernde schauspielerische Aufgabe, die zu bewältigen alles andere als langweilig ist. Ich bin mir sicher, dass auch die Zuschauer da mitfiebern. 

 

Klassik am Meer: Vielen Dank für das Gespräch.

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