"Ihr habt das Recht gesittet 'Pfui' zu sagen!" (Johann Wolfgang von Goethe)

Schauspielkunst zum Lachen und zum Heulen
Klassik am Meer eröffnet 21. Spielzeit mit Tiedemann-Inszenierung von O’Caseys „Juno und der Pfau“
(Ostsee-Zeitung vom Juli 2019, Erik Meutzsch)

Koserow. Der Sommer-Kultur auf Usedom 2019 hat seit Donnerstagabend  seinen  Geheimtipp. Doch es wird sich rasch unter Insulanern wie Touristen herumsprechen, dass die Inszenierung von Sean O’Caseys „Juno und der Pfau“ die Klasse hat zum Bestseller. Das Premierenpublikum wollte das Ensemble um den erstmals auf Usedom Regie führenden Philip Tiedemann (Berlin) einfach nicht von der Bühne lassen. Gefühlt endloser Applaus, Bravorufe und Blumen für die Akteure waren der verdiente Dank für anderthalb Stunden erstklassiges Schauspielertheater in der Feldsteinkirche des Bernsteinbades.


Dass sich unter den Jubel - bereits während des Stückes – auch die eine oder andere Träne mischt, ist dem (leider) zeitlosen Stück aus dem Irland Anfang des 20. Jahrhunderts geschuldet. Familie Boyle, von Anfang an im gefährlichen Untergangsstrudel gefangen, durchlebt, was Generationen dort und anderswo auf der Welt millionenfach erlebt und erlitten haben: Der Vater säuft und pflegt seine Abeitsscheu, Sohn Jonny ist kriegsverletzt und hoch traumatisiert, Tochter Mary auf der Suche nach der großen Liebe, die in einer tiefen Enttäuschung endet, und Mutter Boyle namens Juno versucht alles, um den Laden doch noch irgendwie zusammenzuhalten, die Familie durchzubringen. Und über all dem liegt eine dicke Patina aus Feierlaune und irischem Whiskey, anrührenden Liedern von der grünen Insel und ebenso fragwürdigem wie bodenlosem Nationalstolz. Dabei lässt O’Casey an seinen Landsleuten kaum ein gutes Haar.
Das Ensemble spielt kongenial. Von Anfang an im Fokus Peter Bause (als Käptn Jack Boyle), der von der Schifffahrt null Ahnung hat, aber in trockenen wie schwer angetrunkenen Phasen gedanklich in ihr lebt. Mit seiner kraftvollen Stimme, seiner Mimik und Gestik droht er alles in Grund und Boden zu spielen. Doch das Ensemble wächst an und mit ihm. Gerrit Hammann gibt seinen Saufkumpan Joxer Daly jovial bis hinterhältig, aber vor allem immer durstig.  Mutter Juno  (Hellena Büttner) besticht durch überzeugende Warmherzigkeit, und Angelika Perdelwitz als Schnapsdrossel Maisie Madigan  zu erleben, ist allein schon das Eintrittsgeld wert. Gefallen findet das Publikum indes an allen Figuren, darunter auch denen der  Ensemble-Neulinge  Thilo Herrmann, Marie Förster und Shero Khalil sowie Mattis Nolte. Wieder mit dabei Simone Winde und kurzfristig eingesprungen Piet Oltmanns.


Philip Tiedemann hat mit seiner gesamten Crew (besonders überzeugend auch das Licht, gemanagt von Ringo Behn) ein charakterstarkes Schauspiel inszeniert, das seinen Namen verdient. Seine Bescheidenheit verbot es ihm wohl, bei der abendlichen Premierenfeier sogleich weitere Produktionen für die Insel zuzusagen. Zu wünschen sind sie dem Publikum indes unbedingt.


Nicht nur Dramaturg Jörg Mihan findet, die Umsetzung des  Werkes und der Charaktere gehe unter die Haut, sei „zum Heulen, wenn’s nicht zum Lachen wäre – oder andersherum.“  Dem uneingeschränkten Lob des Publikums kann sich der Rezensent nur anschließen: Großartig!

Meisterliches Spiel starker Charaktere
(Nordkurier vom Juli 2019, Peter Strahl)

Koserow. Das Ensemble von „Klassik am Meer“ ist am Donnerstagabend mit einer fulminanten Aufführung in die 21. Spielzeit gestartet. Der Berliner Gastregisseur Philip Tiedemann setzte den inzwischen in Deutschland kaum noch gespielten Klassiker „Juno und der Pfau“ in Szene. Und wie! Bevor das Publikum in der ausverkauften Kirche des Bernsteinbades die Künstler mit Beifall und Bravorufen überschütten konnte, wurde es von Freud und Leid einer irischen Familie im Dublin des Jahres 1922 dermaßen durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle getrieben, dass sich Lachen und Weinen, Bewunderung und Entsetzen in hoher Intensität abwechselten.  Man möchte sich auf die Schenkel klopfen, wenn das Dasein der Boyles nicht so verdammt existenzbedroht wäre.  Ihr Untergang ist folgerichtig, wenngleich voller Schmerzen - sogar für den empathischen Beobachter.


In nahezu perfektes Licht getaucht und mit Ton unterlegt von Ringo Behn, in Kostüme und ein überraschendes Bühnenbild gesteckt von Alexander Martinow, spielen sich die Schauspieler in einen Rausch. Allen voran der unverändert vitale Peter Bause (als Käptn Jack Boyle), der von nichts eine ungefähre Ahnung hat, aber dem Alkohol  unbedingt zugetan ist.  Wenn er singt und angesichts einer avisierten Erbschaft durch die Wohnung tänzelt und Komplimente verteilt, bleibt kein Auge trocken. Seine Frau spielt Hellena Büttner (ein um den Familienfrieden besorgtes Mutterherz), den kriegsversehrten und traumatisierten Sohn Johnny Thilo Herrmann und die Tochter Mary, deren große Liebe ein riesiger Reinfall wird, Marie Förster.  Zu überzeugen weiß wieder einmal Gerrit Hamann – hier als Joxer Daly und immer durstiger Saufkumpan des Käptn‘s. Angelika Perdelwitz begeistert als stolpernde und sprachgestörte Schnapsdrossel. In weiteren Rollen: Simone Winde, Shero Khalil, Mattis Nolte und der kurzfristig eingesprungene Piet Oltmanns.


Die Inszenierung lebt von den Charakteren der Figuren, die den Schauspielern, wie vorab von Tiedemann versprochen, genug Raum gibt für ein regelrechtes Theaterschauspielfest. Man mag bedauern, dass die Geschichte sich so oder ähnlich seit Ewigkeiten und bis heute millionenfach genauso abspielt, doch dürfte das zugleich den Charakter des Stückes als Klassiker ausmachen. Alles, was die Iren damals und heute umtrieb und nicht zur Ruhe kommen lässt, ist tagaktuell: aufkommende Nationalismen, kriegslüsterne Befehlsempfänger und Opfer einer Welt- und Wirtschaftsordnung, wie sie ungerechter nicht sein kann. Genau das fasst der stets angetrunkene Käptn mit den Worten „Die ganze Welt ist nur noch ein einziges Chassis“ zusammen.


Zu den skurrilen Aspekten des Abends gehört die Tatsache, dass immerzu davon gesprochen wird, Tee zu trinken. Tatsächlich kreist allerdings zwischen nahezu allen Boyles immer nur die Whiskey-Flasche.  Und wer Iren im wahren Leben schon einmal angetrunken singen und feiern gehört hat, erkennt sie hier wieder. Gleichwohl ist ihr Tun Ausdruck eines Satzes von O’Casey, der auch uns gelegentlich klar sein sollte: „Die ganze Welt ist eine Bühne und die meisten von uns sind hoffnungslos unerprobt.“

„Physiker“  wiederaufgeführt: Langer Beifall und große Nachdenklichkeit
(Ostsee-Zeitung vom Juli 2019, Dr. Steffen Adler)

Koserow. Die im Vorjahr unter der Regie von Jürgen Kern außerordentlich erfolgreiche Dürrenmatt-Komödie „Die Physiker“ ist am 11. Juli wiederaufgeführt und mit starkem Applaus aufgenommen worden. In der sehr gut gefüllten Kirche von Koserow hatte Dramaturg Jörg Mihan die Leitung des Abends inne. Wie sein Ensemble um Peter Bause, Hellena Büttner, Stephan Bürgi  und Gerrit Hamann erntete er reichlich begeisterten Zuspruch für die spannungsvolle und zugleich zutiefst berührende Produktion. Das Spiel um Verantwortung und Nutzen sowie Gefahr wissenschaftlicher Entdeckungen ist (leider) unverändert aktuell.


„Ich bin sehr beeindruckt von der Leistung des Ensembles und froh, dass unser Seebad ein solches, hochkarätiges Angebot für seine Einwohner und Feriengäste bereit hält“, sagte Heike Haseloff nach der Aufführung. Die Stadtplanerin im Architekturbüro Dreischmeier  ist Theaterfan und lässt sich keine Produktion von „Klassik am Meer“ entgehen. Aus nächster Nähe die Feinheiten der Kunst des Schauspiels verfolgen zu können, sei ein besonderes Erlebnis in der Kirche von Koserow. Reichlich Lob hatte sie auch für das Bühnenbild parat. „Ich kann nur allen empfehlen, sich die ‚Physiker‘ unbedingt anzuschauen, es lohnt sich unbedingt“, meint die junge Frau. Selbstverständlich stehe auch „Juno und der Pfau“ auf ihrem persönlichen Sommerfahrplan in Sachen Kultur.

Tiefe Betroffenheit und Jubelstürme (OSTSEE-ZEITUNG/Steffen Adler)
Jürgen Kerns Inszenierung von Dürrenmatts "Die Physiker" wird in Koserow gefeiert

Koserow. Die Insel hat ihren künstlerischen Bestseller der Saison 2018! Was die offenbar nicht müde werdende Sonne für die Strandfreaks ist, verkörpern "Die Physiker", neueste Inszenierung des Sommertheaters "Klassik am Meer", für die Liebhaber schöngeistiger, gehaltvoller Unterhaltung. Eine immer wieder ausverkaufte Spielstätte und stürmischer Beifall nach großartigen Aufführungen sprechen für die Qualität.

... Dabei kommt die Komödie nicht nur ausgesprochen unterhaltsam und voller überraschender kleiner Effekte einher, sondern vor allem auch reich an Zeitbezug und Anstiftung zum besorgten Nachdenken. Mit Blick auf die selbstherrlichen Autokraten und machtversessenen, populistischen Rechtspolitiker verwundert es, wie klar und bis heute hoch aktuell die Kernaussagen des berühmt gewordenen Stücks von Friedrich Dürrenmatt schon 1961 aufs Papier und ins Theater gebracht wurden.

Regisseur Jürgen Kern holt die Geschichte auf die von Alexander Martinow geschickt ausstaffierte Bühne der Koserower Kirche. Dabei lässt er dem Stück seine Authentizität, doch wird der Zuschauer das Gefühl nicht los, dass - wenn sich die drei Physiker Newton, Einstein und Möbius um ihre Erkenntnisse und deren Verwendung streiten - der existenzielle Disput im Hier und Heute von Digitalisierung und Globalisierung stattfindet. ... Ein Muss, nicht nur für Theaterfreunde.


Alles, nur nicht oberflächlich (OZ/Steffen Adler)
Das Ensemble Klassik am Meer feiert im Sommer in der Kirche von Koserow sein 20-jähriges Bestehen


Koserow.  "Warte nicht auf bessre Zeiten!" An diese Aufforderung Wolf Biermanns haben sich die Macher anspruchsvollen und zugleich volkstümlichen Theaters zwei Jahrzehnte lang gehalten. In einer Epoche, wo anderswo in deutschen Landen Bühnen personelle Fastenkuren durchlaufen, Strukturen zurecht gespart und  ganze Sparten geschlossen werden, ist das Spiel auf den Brettern der schmalen Kirchenbühne geradezu aufgeblüht. Dem Berliner Brechtianer Jürgen Kern ist es gelungen, mit einem namhaften wie jungen Ensemble engagierter Schauspieler Inszenierungen zum Gesprächsstoff auf Usedom und darüber hinaus zu machen, die in ihrer schlichten Weisheit zu begeistern wussten. ... Das Ensemble bleibt sich immer wieder in der steten Herausforderung treu, Jahr für Jahr mit einer Neuproduktion aufzuwarten. Die Krönung der Jubiläumssaison soll ein großer Theaterball sein.

 

 

Große Dramen in kleiner Kirche (OZ/Henrik Nitzsche)
20 Jahre Klassik am Meer: Ball in der Sporthalle / 70 000 Besucher in 450 Vorstellungen

 

Koserow. Langer Beifall für Jürgen Kern, den Gründer und künstlerischen Leiter von "Klassik am Meer", der maßgeblich an der Erfolgsgeschichte mitgeschrieben hat. 450 Vorstellungen mit 70 000 Besuchern in der fast 800 Jahre alten Feldsteinkirche von Koserow. Allein die Zahlen sprechen für sich.

Das Theaterevent startete nach einer zunächst lediglich bierlaunigen Verständigung zwischen Regisseur und damaligem Pastor am 14. Juli 1999. Nun wurde angemessen gefeiert - im Kreise vieler Schauspieler, Regisseure, Dramaturgen, Techniker und Produzenten. "Möglich werden die Theaterabende aber auch durch den Enthusiasmus der Mitarbeiter, die man kaum sieht", lobt Kern das Teamwork.

... Einer der erfolgreichen Mitstreiter ist Theater- und Fernsehschauspieler Peter Bause, der aktuell in den "Physikern" spielt. Den Erfolg von Klassik am Meer beschreibt er so: "Die Zuschauer bekommen hier gute Qualität zu sehen. Und die Stücke werden so erzählt, wie man sie aus der Literaturgeschichte kennt." Von Faust über Nathan bis zum Besuch der alten Dame.

Für die alljährlichen Inszenierungen braucht es Geld für Bühnenbild, Programmhefte und Plakate, für Übernachtungen und Mietkosten, für neue Bühnentechnik. "Ohne Freunde, Förderer und Sponsoren wäre das nie möglich gewesen", lobt Kern.

 

 

Der Zufall als Geburtshelfer des Festivals
Oder: Die Bühne ist kein Museum ("Morgenpost")


Berlin/Koserow. "Ende der 1990er Jahre spazierte ich durch das Ostseebad auf Usedom und entdeckte eine alte Dorfkirche", erinnert sich Regisseur und Festivalleiter Jürgen Kern. Als er dem Pfarrer Winfried Wenzel vorschlug, hier Theater zu spielen, willigte dieser rasch ein. Nur mit der Stückwahl war der Geistliche nicht einverstanden. "Er fand Jedermann zu fromm", lacht Kern. "Ich versprach ihm, dass ich das Stück keinesfalls fromm inszenieren werde, und so wurden wir uns einig."

1999 verkörperte Andreas Schmidt-Schaller den "Jedermann" derart überzeugend, dass sich nach 14 Vorstellungen in Koserow knapp 50 weitere Gastspiele in anderen norddeutschen Städten anschlossen. ... Inzwischen feiert das Festival das 20-jährige Jubiläum, nachdem es ursprünglich den Altarraum nur den einen Sommer in eine Bühne verwandeln wollte.

"Ich glaube, was den Erfolg ausmacht, ist unsere Konsequenz", mutmaßt Kern. "Wir fahren ein klares Konzept, das wir nicht verwässern." Dazu gehört zum einen das Ensemble aus exzellenten Schauspielern, ..., ebenso bedeutsam ist die Stückauswahl. "Auf dem Programm stehen englische, französische und deutsche Klassiker aus dem Barock bis ins 20. Jahrhundert", erklärt Kern, der sich vor rigorosen Strichfassungen keinesfalls scheut. "Wir müssen pragmatisch sein. Die Kirchenbänke sind hat. Dort länger als 90 Minuten zu sitzen, wäre eine Zumutung", lächelt der Regisseur verschmitzt. Antiquiertes Theater ist ihm ohnehin ein Gräuel:  "Die Bühne ist kein Museum!".

"Unterhaltsame Ringelnatz-Kost" (OZ/Cornelia Meerkatz)
Troegner, Winkler und Kern sorgen für ausverkaufte Koserower Kirche


Koserow. "Ringelnatz zieht", sagt der künstlerische Leiter von Klassik am Meer, Jürgen Kern. Und so boten er, die bekannten Schauspieler Wolfgang Winkler und Franziska Troegner sowie der Musiker Hartmut Behrsing beim Ringelnatz-Abend in der ausverkauften Koserower Kirche unterhaltsame Kost. Für ihr Programm "Gnädige Frau, bitte trösten sie mich ..." wurden sie mit herzlichem Beifall belohnt. Die Protagonisten lasen Lebensweisheiten und Gedichte von Ringelnatz. Sie erzählten vom Werdegang des 1883 im sächsischen Wurzen geborenen deutschen Lyrikers, Erzählers und Malers, der 1934 - erst 51-jährig - starb. ... Ringelnatz' Aphorismen sorgen zu gleichen Teilen für Lachsalven und tiefsinniges Nachdenken. Troegner, Winkler und Kern verstanden es mit pathetischem Witz und minimalistischem Spiel, immer wieder den Bogen hin zum weltmännisch-fröhlichen Autor zu schlagen, der seine Gattin "Muschelkalk" nannte und den Menschen heute noch so gut gefällt, und von dem sie so manches Sprüchlein behalten haben, ohne dass sie es einzuordnen wissen. Wie wäre es damit: Eine Jungfrau ist etwas sehr Schönes; vorausgesetzt, sie bleibt es nicht. Wer will, kann aber auch Folgendes ausprobieren: Wenn Du einen Schneck behauchst, kriecht er ins Gehäuse, wenn du ihn in Cognak tauchst, sieht er weiße Mäuse.

 

 


"Vorstellung retten, zur Not mit dem Hubschrauber" (Berliner Zeitung/Andreas Kurtz)
Schauspiel-Promis und hoffnungsvolle Nachwuchstalente spielen erfolgreich gemeinsam Klassiker

Berlin/Koserow. ...Alle Jahre wieder lautet die Idee, dass ein Promi auf dem Plakat für Aufmerksamkeit sorgt. Und das Ensemble besteht dann aus guten Schauspielern aus Berlin und aus jungen Leuten, die Kern selbst aus der Ausbildung kennt. "Der Promi ist nicht nur wichtig fürs Plakat, sondern auch für die anderen im Ensemble. So nach dem Motto: Wenn der mitspielt, kann man da mitmachen."

Andreas Schmidt-Schaller ist definitiv ein Schauspieler alter Schule. Einer, für den dieser Grundsatz gilt: "Egal wie, die Vorstellung muss gerettet werden!". Das war auch so an jenem Tag, als die Ensemblekollegen und die Zuschauer in Koserow auf ihn warteten. "Ich kam von Dreharbeiten. Auf der Autobahn gab es einen Riesenstau. Irgendwann merkte ich: Das war mit dem Auto nicht zu schaffen." Er wusste aber, da kommt gleich ein kleiner Flugplatz. " Also habe ich dort den Hubschrauberpiloten, der sich gerade auf sein Fahrrad schwingen und nach Hause fahren wollte, gefragt, ob er mich nach Koserow fliegen kann." Dafür musste natürlich zunächst eine Genehmigung eingeholt werden. "Und weil ein freier Landeplatz benötigt wurde, musste der Pfarrer die Schafe von der Wiese neben dem Pfarrhaus holen. So landeten wir mit dem Hubschrauber 50 Meter neben der Kirche." Ein Ensemblekollege erwartete Schmidt-Schaller mit dessen Kostüm, und es ging direkt in die Kirche, wo die Vorstellung mit einer halben Stunde Verspätung anfing. Schmidt-Schaller hatte den Flug genossen. "Der war wunderbar. Und aufregend war es auch. Ich weiß noch, dass ich damals dachte, man könnte das jetzt doch immer so machen."